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Gewerbe

Gefährliches Roulettespiel

Quelle: Trierischer Volksfreund

Zum Artikel "Diskussion um umstrittene Bohrung" schreibt Karl-W. Koch im TV:

Die geplante neue Bohrung birgt die riesige Gefahr, dass die offenkundig vorhandenen Verunreinigungen (mit anderen Schadstoffen) der (oberen) Grundwasserschicht damit ungehindert in die (tiefere) Mineralwasserschicht eindringen können und diese zusätzlich und vermutlich wesentlich stärker als bisher verunreinigen. Dann könnte die Förderung aus diesem Brunnen auf Jahrzehnte hin zu den Akten gelegt werden. Das kann niemand ernsthaft wollen.
Es gibt andere Wege, um weitere Erkenntnisse zu bekommen: So könnte mittels Ziehen von Proben aus unterschiedlichen Wasserhöhen geklärt werden, ob die Mineralwasserschicht nur an der Oberfläche (Benzol hat eine geringere Dichte als Wasser und schwimmt somit normalerweise oben drauf) oder - dann eigentlich nur nach "guter" Durchmischung und/oder langer Einwirkdauer insgesamt verunreinigt ist.

Eventuell ließen sich damit auch Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der Verunreinigung ziehen.

Bohrungen in der weiteren Umgebung der Quellen und der entsprechenden Tiefe aber außerhalb deren Einzugsbereich würden Erkenntnisse bringen, wie weitflächig die Verunreinigung ist und aus welcher Richtung sie eingetragen wird. Diese sollten unbedingt als erstes vorgenommen werden.

Auch sollte eine Untersuchung in Auftrag gegeben werden, ob aus den Schadstoffen, welche offenbar vor einigen Jahren im Gebiet der Fa. Vanck freigesetzt wurden, Benzol als Abbauprodukt entstehen kann. Die Zeitdauer von ca. zehn Jahren würde das Durchwandern der trennenden Schichten erklären. In dieser chemisch extrem langen Zeit sind Reaktionen der ursprünglichen Produkte zu Benzol und eine Umwandlung der PAK durchaus denkbar.

Die anderen Umgebungsbedingungen (Druck, Temperatur, Sauerstoffgehalt usw.) können durchaus zu völlig anderen Folgeprodukten der Schadstoffe als in der gleichen Zeit an der Oberfläche führen.

Die Kosten dürfen wiederum kein Argument sein, geht es hier doch um die Rettung von 25 Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region. Dabei Geld sparen zu wollen, das andernorts mit vollen Händen rausgeschmissen wird, ist nicht nachvollziehbar.

Ich wiederhole mich: Solange die Ursache nicht gefunden und beseitigt ist, sind die anderen Quellen der Region (und damit Hunderte weiterer Arbeitsplätze) durchaus in ernster Gefahr. Die Schließung des Birresborner Brunnen ist ein Kurieren der Symptome, das hat noch nie eine Heilung gebracht!

Karl-W. Koch, Hillesheim

12.12.2003 (hle)


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